Praxis Karin Linnander - Systemaufstellungen
bild
bild

"Das erste Mal": Paulina entdeckt die Liebe. Und ihren Körper. Und staunt...

Karin Linnander

Psychologin M.A.

Tel: 069 - 90 75 61 66

E-Mail: info@karin-linnander.de

Der folgende Textauszug von Wilfried Nelles erklärt dies besonders anschaulich:

"...Bei der Aufstellungsarbeit geht es um das Anschauen, um das Sehen von Wirklichkeiten. Diese Wirklichkeiten hat Hellinger oft in ganz kurzen Sätzen verdichtet. Sie drücken den Kern einer Beziehung oder einer Handlung, einer Identität oder eines Gefühls aus. „Du bist mein Vater“, „Du bist meine erste Frau“, „Du bist mein Kind“ (Beziehung); „Ich bin Deutscher“, „Ich bin ein Mann“ (Identität); „Ich habe dich getötet“, „Du hast mich vergewaltigt“ (Handlung); „Ich liebe dich“, „Ich hasse dich“ (Gefühl) etc. Man kann mit diesen Sätzen auch „spielen“, man kann sie paradox einsetzen, um den Einzelnen erkennen zu lassen, was wirklich stimmt. Man kann zum Beispiel einen Deutschen zu einem Engländer sagen lassen: „Ich bin ein Internationalist (oder ein Kosmopolit oder Europäer).“ Dann wird man sehr schnell feststellen, wie lächerlich man sich damit macht und wie schwach das ist. Selbst wenn man sagt: „Ich bin ein Deutscher, aber ich fühle europäisch“, hat das nicht halb so viel Kraft, als wenn man sich damit begnügt, ein Deutscher zu sein. Erst dann wird der Engländer mich ernst nehmen, und vor allem wird er mir erst dann trauen. Wichtig ist bei all diesen Sätzen, dass man in Kontakt mit der jeweiligen Wirklichkeit ist, dass man jemanden dabei anschaut. Mit geschlossenen Augen kann man wunderbar in einer illusionären Welt verharren, aber wenn man hinschaut, geht das nicht mehr.Das Familienstellen unterstützt das Hinschauen. Mit dem Prinzip der Stellvertretung kann man jeden Aspekt der physischen Wirklichkeit sichtbar machen und als Repräsentant hinstellen. Damit wird es möglich, dieser Wirklichkeit ins Auge zu schauen und zu sehen, was stimmt und was nicht stimmt, oder auch, was geht und was nicht geht. Wenn man zum Beispiel jemanden für den Krebs (die Krankheit) hinstellt und – als Arzt oder als Krebskranker – zu ihm sagt: „Ich bekämpfe dich“ oder „Ich besiege dich“, wird man sehen, wie viel Kraft dies hat und ob man eine Chance hat oder nicht. In diesem Fall wird, nach meinen Erfahrungen, die Antwort fast immer negativ ausfallen. Der Krebs wird mit den Schultern zucken und sagen: „Dann kämpf du mal.“ Vielleicht kann man dann aber sehen, ob es eine andere Haltung gibt, die mehr Aussicht auf Erfolg hat.

Mit dem Hinschauen kommen wir aus der Wunschwelt in die wirkliche Welt. Damit unterstützt die Aufstellungsarbeit Erwachsenwerden. Indem sie dieses Hinschauen in den Mittelpunkt stellt, fördert die Aufstellungsarbeit unser Erwachsenwerden. Und damit steht sie im Dienst des spirituellen Wachstums. Nicht indem sie uns mit spirituellen Ideen füttert, sondern indem sie uns ins Leben führt und uns an dessen innerer Bewegung teilhaben lässt. Die Aufstellungsarbeit führt uns dies mit ihrer besonderen Methodik der Stellvertretung sehr deutlich vor Augen und kann es uns, indem wir selbst in allen möglichen Lebensrollen stehen, zur eigenen Erfahrung werden lassen. Wenn sie uns zurückführt in unsere Herkunftsfamilie, dann nicht, um uns dort festzuhalten, sondern weil wir etwas vergessen haben: Ja und Danke zu sagen."

Aus Wilfried Nelles: "Das Leben hat keinen Rückwärtsgang." S.287 ff

zurück zu Systemaufstellungen